L&D war nie falsch. Nur zu klein.

Warum SAPERED sich neu positioniert, und was das mit dem gesamten Agenturmarkt zu tun hat.

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L&D war nie falsch. Nur zu klein.

SAPERED war jahrelang eine Agentur für Learning & Development, kurz L&D. Das war lange genau richtig. Inzwischen beschreibt L&D nur noch einen Teil dessen, was wir für Kund:innen tun. Das ist keine private Beobachtung. Wir stehen mit diesem Problem nicht allein. Der Markt für Agenturen bewegt sich insgesamt, und zwar schneller, als die meisten Anbieter reagieren.

Der Markt für Agenturen kippt

Eine aktuelle Befragung von 264 Agenturchef:innen im deutschsprachigen Raum zeigt das Ausmaß. 21 % haben ihre Positionierung bereits deutlich angepasst, 55 % zumindest leicht (Agency Report DACH 2026). Nur 14 % haben nichts verändert.

Der Grund liegt in der Preislogik. Künstliche Intelligenz macht Standardleistungen schneller und günstiger verfügbar. Der klassische Tagessatz verliert dadurch an Wert. Digitalagenturen reagieren bereits: 66 % wollen ihren Arbeitsschwerpunkt künftig stärker auf die Beratung von Geschäftsprozessen legen (iBusiness, Internetagentur-Ranking 2026). Aktuell entfällt im Schnitt weiterhin der größte Teil des Honorarumsatzes, 37 %, auf technische Umsetzung. Auf Strategie und Beratung fallen hingegen nur 14 %. Dieses Verhältnis beginnt sich zu verschieben, und es muss sich weiter verschieben.


Der Druck trifft die Weiterbildung besonders

Für die Weiterbildungsbranche kommt eine zweite Entwicklung dazu. Deutsche Unternehmen haben ihre Weiterbildungsbudgets binnen zwei Jahren um rund 30 % gekürzt, auf etwa 1.204 € pro Mitarbeitendem und Jahr (McKinsey HR Monitor, laut Handelsblatt, Mai 2026). Gleichzeitig nutzen 56 % der Unternehmen generative KI, aber nur 27 % haben ihre Mitarbeitenden dafür geschult (TÜV-Weiterbildungsstudie 2026, Forsa).

Weniger Budget bedeutet weniger Toleranz für Maßnahmen, deren Wirkung niemand nachweisen kann. Wer Budget kürzt, kürzt zuerst dort, wo der Nutzen unklar bleibt.


Warum Content keine Differenzierung mehr ist

Lerninhalte zu produzieren war lange ein Grund, eine Agentur zu beauftragen. Die reine Produktion übernimmt Künstliche Intelligenz inzwischen zum größten Teil. 62 % der Organisationen nutzten 2025 bereits Künstliche Intelligenz zur Erstellung von Lerninhalten, doch nur 27 % davon berichteten von einer besseren Lernqualität (Deloitte, Human Capital Trends Report 2025).

Der Inhalt selbst bleibt trotzdem entscheidend. Was automatisierte Produktion nicht übernimmt, ist Kuration, Kontextualisierung, Validierung und Supervision, die Arbeit davor und danach, die aus einem Inhalt eine passende Antwort auf ein Ziel macht.

Der Unterschied entsteht woanders. Er liegt in der Diagnose, die vor jeder Maßnahme klärt, was eigentlich fehlt. Er liegt in der Architektur: einzelne Formate werden zu einer Abfolge, die auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet ist. Beides lässt sich nicht automatisieren.


Woher SAPERED kommt

Wir haben SAPERED vor rund fünf Jahren gegründet. Der Ursprung war eine Idee, die zuerst nach innen zeigte: ein Arbeitsort, an dem Menschen sich wirklich entfalten können.

Wir kommen alle aus der Agenturwelt. Wir hatten viel gesehen, bevor wir SAPERED gegründet haben. Im L&D-Bereich hat sich vieles eingeschliffen, das nicht funktioniert. Schnelle Lieferung ohne Wirkung. Lerninhalte ohne Diagnose. Genau das wollten wir ändern, mit dem Menschen im Mittelpunkt.

Aus dieser Haltung ist SAPERED entstanden. Dieselbe Haltung macht die aktuelle Neupositionierung für mich schwerer, als sie klingt.


Was wir aufgeben

Wir geben etwas auf, das lange funktioniert hat. Kund:innen wussten sofort, was eine L&D-Agentur liefert: Trainings und Lerninhalte. Diese klare Einordnung war bequem, für Kund:innen und für uns.

Ohne sie erklären wir öfter, was wir eigentlich tun. Manche Kund:innen brauchen dafür eine Erklärung, die früher nicht nötig war. Das nehmen wir in Kauf. 21 % der Agenturbranche haben ihre Positionierung bereits grundlegend verändert. Wir gehören zu dieser Gruppe. Und die, die sich nicht verändern können oder wollen, werden es schwer haben.


Was wir stattdessen sind

Wir stehen heute für People & Organisational Development. Jede Zusammenarbeit folgt drei Schritten: Strategie, Enablement & Wirkung.

Strategie: Wir übersetzen ein Unternehmensziel in eine Entwicklungsstrategie für Menschen, mit Bezug zur Organisation.

Enablement: Wir befähigen diese Menschen, die Strategie in der Organisation umzusetzen.

Wirkung: Wir machen das Ergebnis messbar, mit einer Kennzahl, die vorher feststeht.

Diese drei Schritte folgen aufeinander. Jeder Schritt baut auf dem vorigen auf.


Was sich für Unternehmen ändert

Für Unternehmen, die Entwicklung einkaufen, verschiebt sich der Maßstab. Ein Anbieter, der nur Inhalte liefert, konkurriert mit einem KI-System, das dasselbe in einem Bruchteil der Zeit produziert. Ein Anbieter, der zuerst klärt, was sich verändern soll und woran sich das später zeigt, konkurriert mit niemandem. Dieser Teil der Arbeit lässt sich nicht automatisieren.

Was sich ebenfalls nicht automatisieren lässt, ist die persönliche Beziehung zwischen Menschen. Für uns bleibt dieser Aspekt maßgeblich.


Drei Fragen für die eigene Bestandsaufnahme

Wer gerade einen Anbieter für Entwicklung auswählt oder die eigene Zusammenarbeit prüft, kann sich an drei Fragen orientieren.

  • Steht vor der ersten Maßnahme eine klare Zielgröße fest, oder beginnt die Arbeit direkt mit dem Format?

  • Lässt sich benennen, was an dieser Stelle nicht automatisiert werden kann?

  • Ist am Ende belegbar, ob sich etwas bewegt hat, oder bleibt es bei einem Gefühl?

Wer alle drei Fragen mit Ja beantwortet, arbeitet bereits mit einem Anbieter, der Diagnose und Architektur liefert. Wer das nicht kann, weiß jetzt, wonach zu fragen ist.

Quellen

Agency Report DACH 2026 (BVDW-Studie)

iBusiness, Internetagentur-Ranking 2026

McKinsey HR Monitor, Mai 2026 (zitiert nach Handelsblatt)

TÜV-Weiterbildungsstudie 2026 (Forsa, n = 500)

Deloitte, Human Capital Trends Report 2025

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